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Die Hundeflüsterin Maike Maja Nowak erzählt ebenso unterhaltsam wie erhellend wahre Geschichten ihrer zwei- und vierbeinigen Klienten wie die vom Dackel Benny, der pünktlich zur Tagesschau zubeißt, vom furchtsamen Kettenhund Alfons oder dem Ehepaar, das seine Hunde gegeneinander ausspielt. Es sind Geschichten, in denen Menschen sich preisgeben, mutig etwas wagen, Berührendes zeigen genauso wie Humorvolles.
Die Autorin Maike Maja Nowak studierte Hundepsychologie und ist Verhaltenstherapeutin für Hunde, wendete sich jedoch bald ab von allen herkömmlichen Lehr- und Hundeerziehungs-methoden, die mit Leckerchen oder Druck arbeiten, weil sie es ablehnt, den Hund zu einer Konditionierungsmaschine zu machen.
Führungsstil des Leithundes
Vorbild für ihr Training ist die natürliche Kompetenz ihres Leithundes Wanja. Er führte in dem russischen Dorf Lipowka, wo die Autorin von 1991 bis 1997 gelebt hat, ein zehnköpfiges Hunderudel – souverän, kompetent und freundlich, ohne Druck, Bestechung oder Methode. Er führte sie. Maike Maja Nowak überträgt den Führungsstil des Leithundes auf die HundebesitzerInnen und ihren Umgang mit ihren Tieren und hat mit großem Erfolg bereits über 5000 HundebesitzerInnen und Hunden diese klare Form der Kommunikation beigebracht. Heute suchen deutschlandweit HundebesitzerInnen in ihrem Dog-Institut in Berlin Rat.
Charaktere von Hund und Mensch
Mit unnachahmlichem Einfühlungsvermögen spürt die Hundeflüsterin den Charakteren von Hund und Mensch auf den Grund, mit scharfer Beobachtungsgabe zeichnet sie die Beziehungsstrukturen nach – das macht diese Geschichten so einzigartig und fesselnd. Sie öffnet die Augen dafür, was im Zusammenleben mit einem Hund wirklich wichtig ist, vor allem aber erzählt sie von Menschen, die in ihrer Beziehung zu ihrem vierbeinigen Freund wachsen und Erfahrungen sammeln, lernen und versagen, Glück und Ohnmacht erleben. Ein besonderes Lesevergnügen: tierisch menschliche Geschichten, in denen man das „innere Tier“ in sich und anderen erkennen lernt.
Das Dog-Institut wurde 2008 von Klaus Wowereit im Rahmen der Aktion „be Berlin“ als „Offizieller Botschafter von Berlin“ ausgezeichnet.
Maike Maja Nowak
Die mit dem Hund tanzt
Tierisch menschliche Geschichten
ORIGINALAUSGABE
250 Seiten
ISBN: 978-3-442-39212-4
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 27,90 (UVP)
Verlag: Mosaik bei Goldmann
ET: 28. Februar 2010
Die ostdeutsche Liedermacherin Maike Maja Nowak wurde durch ihre provokante Art,
poetische Musik und ausdrucksvolle Stimme in Ost-deutschland, Russland und Westdeutschland bekannt. Sie wurde mit mehreren Preisen geehrt. 1990 begann sie, die russische Dichterin Marina Zwetajewa zu vertonen und entschloss sich, nach Russland zu gehen.
Souveräne Führung durch den Leithund
Während einer Tourneepause kam sie in das Dörfchen Lipowka, in das sie umsiedelte. Dort hatte sie Gelegenheit, ein zehnköpfiges Hunderudel und deren souveräne Führung durch den Leithund zu studieren. Der Umgang der Hunde faszinierte sie. Ende 1997 kehrte sie zurück nach Berlin zu einer zweijährigen Deutschlandtournee. 2000 verließ sie die Bühne. Sie holte den schwer verhaltensgestörten Hund Viktor zu sich. Er wurde der Anlass für ihr Studium der Hundepsychologie und Verhaltenstherapie. Heute arbeitet sie als „Hundeflüsterin“ und Therapiehundeführerin sowie als psychologische Heilpraktikerin für Menschen mit Hundephobie. Sie ist Gründerin und Leiterin des Dog-Institutes, einer Hundeschule für Training und Verhaltenstherapie, die mittlerweile deutschlandweit bekannt ist. Außerdem veranstaltet sie Seminare mit Hunden für Führungskräfte. Im Juni 2008 wurde sie von Klaus Wowereit als „Offizielle Botschafterin“ von Berlin ausgezeichnet.
Kurz-Interview mit der „Hundeflüsterin“
„Wenn es um Hunde geht, hat niemand mehr Recht, als diese selbst!“ Maike Maja Nowak
Was bedeutet für Sie gute Führung?
Oft stellen wir uns unter Führung etwas ganz Falsches vor, denn in unseren menschlichen Bereichen gibt es nur wenig gute Vorbilder, die mit Fairness, ohne Druck und mit großer sozialer Kompetenz Menschen führen und leiten. So setzen wir mitunter hartes oder diktatorisches Auftreten und Herrschsucht gleich mit guter Führung des Hundes. Oder wir vermeiden die Führung unseres Hundes ganz, weil wir eben nicht dominant mit ihm umgehen wollen.
Ist ein Training mit Belohnungssystem erfolgreich?
Ein souveräner Leithund oder eine gelassene Hundemama brauchen weder Bespaßungs-methoden, um sich interessant zu machen, Leckerlibestechungen oder Konditionierungen. Sie brauchen einen guten Blick, ein schnelles Urteils- und Entscheidungsvermögen und das Vertrauen des Rudels in ihre Kompetenz. Das Leckerli als Belohnung müsste der bekommen, der im Interesse des Hundes eine gute Entscheidung trifft, also der Mensch.
Wann akzeptieren Hunde den Menschen als Partner?
Alles, was ich lehre, fußt auf der Beobachtung von Hunden, denn sie sind selbst die besten Lehrmeister. Ich zeige nicht, wie man aus einem Hund eine Konditionierungsmaschine macht. Im Gegenteil – ich zeige, wie man eine wunderbare Beziehung aufbauen kann, bei der er der Führung seines Besitzers/seiner Besitzerin vertraut und dessen/deren Entscheidungen deshalb nicht in Frage stellt. Die Erkenntnisse, die ich weitergebe, gibt es, seit es Hunde gibt. Man muss nur den Respekt besitzen, hinzusehen und aufzunehmen, was sie uns Hilfreiches zu vermitteln haben.
Was können wir von Hunden lernen?
Hunde agieren instinktiv und sofort. Wir verpassen viel Zeit zum Handeln, weil wir Zeit mit Denken verbringen. Hunde agieren körpersprachlich und unmissverständlich. Menschen reden, begründen, erklären und missverstehen sie dennoch. Hunde schreiben sich nicht vor, was zu tun ist, sondern nur, was gerade nicht zu tun ist. Deshalb haben sie untereinander viel mehr Freiheit als wir. Hunde leben im JETZT. Deshalb können sie auch zu jeder Zeit neu anfangen.
Stimmt die Volksweisheit: Wie der Herr so das Gescherr?
Ein Hund nimmt die Grundenergie und Gewohnheiten seines Menschen auf. Durch diese Fähigkeit unterscheidet er sich entscheidend vom Wolf.
Darf ein Hund als emotionaler Ersatz „gebraucht“ werden?
Ein Hund ist kein Kindersatz, kein Partnerersatz, kein Ersatz für eigene fehlende Individualität und Originalität, kein Ersatz für irgendetwas, was wir in uns selbst suchen und finden müssten. Ein Hund hat das Recht, nur ein Hund zu sein.
Was ist der größte Unterschied in der Kommunikation von Mensch und Hund?
Uns Menschen wird von Kind an erklärt, was wir zu tun haben und wie die Welt beschaffen ist. Menschen sitzen in Talkshows und erklären etwas und andere Menschen sitzen vor dem TV und hören ihnen zu. Auch ich erkläre Ihnen gerade etwas. Hunde teilen sich dagegen nur selten mit, was zu tun ist, sondern viel mehr, was gerade NICHT stattfinden soll. Sie benötigen eine einzige funktionierende Vokabel: Ein Stoppgeräusch. Ein Leithund hebt nicht die Pfote, weist auf einen Platz und sagt: „Geh du da mal hin und bleibst da.“ Er wird eher den Raum, in dem der andere Hund gerade NICHT sein soll, mit einem Tabu belegen.
Wie äußert sich dieser Unterschied in der Hundeerziehung durch den Menschen?
Wir Menschen haben unsere Art, uns mitzuteilen, dem Hund übergestülpt wie einen fremden Hut und wundern uns, warum er nur wenigen Hunden passen will. So erklären wir nun auch den Hunden, was sie zu tun haben. Zum Beispiel „Sitz“, „Platz“, „Bleib“. Mit Leckerlis ausgerüstet gehen wir auf die Straße und hoffen, dass nichts passiert, was spannender ist, als unser Leckerli. Das hat nichts mit Vertrauen in uns selbst und unseren Hund zu tun. Es ist mehr ein Glücksspiel, bei dem fast immer der Hund gewinnt.
Aber Büchern lehren und Hundeschulen praktizieren die Leckerli-Methode.
Auch Autoren und Trainer sind Menschen, die natürlich menschlich agieren und denken. Es benötigt Mut, sich von der eigenen menschlichen Sicht zu verabschieden und Fremdes zu wagen. Einige Kollegen haben ihn bereits. Das ist wunderbar.
Wie stellen Sie sich einen harmonischen Umgang mit dem Hund vor?
In meinem zehnköpfigen russischen Hunderudel beobachtete ich über viele Jahre, dass Hunde den ganzen Tag lang tun dürfen, was sie wollen, bis der Leithund es für nötig hält, Einhalt zu gebieten, um das Rudel zu schützen oder um die Harmonie zu erhalten. Würden mehr Hundebesitzer ein funktionierendes Stopp und die richtige Führungsenergie speziell für ihren Hund erlernen, um in der Sprache ihres Hundes zu agieren, so würden sie staunen, wie einfach ein Hund zu führen ist. Sie hätten etwas ganz Neues erworben: Kompetenz und Gelassenheit. Und das fühlt sich sehr gut an, auch im restlichen Leben.
Ein Schlusswort?
Hunde sind EINFACH. Das Schwierigste für uns Menschen ist, unsere Kompliziertheiten loszulassen und uns einzulassen auf diese ganz einfachen Dinge.
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