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Gärten & Schlösser: Schlosspark Brühl E-Mail
bruehl-anl23202.jpg  Schloss Augustusburg in Brühl
Schlosspark Brühl 
Der Park von Schloss Augustusburg in Brühl, der 1984 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde, stellt ein Denkmal der Gartenkunst von international anerkanntem Rang dar.
 

Der Gartenkünstler Dominique Girard, der seine Ausbildung in Versailles wohl noch unter André Le Nôtre erhalten hatte, entwarf ab 1728 das Brühler Gartenparterre und faßte hier seine bisherigen, in den ebenfalls von ihm entworfenen Gärten von Nymphenburg und Schleißheim sowie des Oberen Belvedere in Wien, gemachten Erkenntnisse und Ideen nach den strengen Maßgaben der Theorie und Praxis der französischen Gartenkunst zusammen.
 

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Schwerpunkt der Brühler Gartenanlage ist das südlich des Schlosses gelegene große zweiteilige Broderieparterre mit runden und vierpassförmigen Fontänenbecken und anschließendem Spiegelweiher. Die wie Stickerei (frz. broderie) wirkenden filigranen Buchsornamente der Zierbeete sind mit rhythmisch bepflanzten Blumenrabatten eingefasst. Die das Parterre seitlich begrenzenden Lindenalleen leiten über zu dreieckförmigen Heckenquartieren, die ihrerseits mit Rundsälen, Brunnen und kleinen Salons gestaltet sind.


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Ab 1842 gestaltete Peter Joseph Lenné für Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den Brühler Park als englischen Landschaftsgarten, dessen Elemente heute noch den Waldbereich bestimmen. Hier beherrscht der malerische Wechsel von Baumpartien und Wiesenflächen die Grundstimmung. Unregelmäßig geschwungene Wege und kleine Bachläufe führen zu den Wasserflächen der beiden Inselweiher.
Als technische Sensation der Zeit bezog Lenné auch die Eisenbahnstrecke der 1844 eröffneten Linie Köln-Bonn in die Gartengestaltung mit ein und führte sie über eine reich verzierte Eisenbrücke direkt durch den Bereich der Inselweiher.
Das barocke Parterre wurde in den Jahren 1933 bis 1937 auf der Grundlage des originalen Gartenplanes wiederhergestellt und gilt heute als eines der authentischsten Beispiele französischer Gartenkunst des 18. Jahrhunderts in Europa.
 


bruehl-falkenlust.jpgJagdschloss Falkenlust
Nur einen reizvollen Spaziergang von Schloss Augustusburg in Brühl entfernt, liegt am Rande eines abgeschiedenen Wäldchens das Jagdschloss Falkenlust, eines der bevorzugten Lustschlösser des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August (1700/23-61).
In nur wenigen Jahren entstand zwischen 1729 und 1737 nach den Plänen des kurbayerischen Hofbaumeisters François de Cuvilliés eine der intimsten und kostbarsten Schöpfungen des deutschen Rokoko.
Die Wahl des Bauplatzes wurde bestimmt durch die Flugbahn der Reiher, den bevorzugten Beutevögeln der Falkenjagd. Auf dem Flug von ihren Horsten im Brühler Schlosspark zu ihren Fischgründen im Altrheingebiet bei Wesseling wurden sie von dem leidenschaftlichen Falkenjäger Clemens August und seiner Jagdgesellschaft mit abgerichteten Falken »gebeizt«.
 

Kostbar ausgestattete Innenräumen
Nach den Jagdvergnügungen versammelte sich die höfische Gesellschaft zu Souper und Spiel in den kostbar ausgestatteten Innenräumen des Schlosses. Unter den vollständig erhaltenen Räumen ragen die aufwändig ausgestatteten Kabinette hervor, die bereits 1763 der junge Mozart bewunderte.
Seit 1974 ist das vom Land Nordrhein-Westfalen aus Privatbesitz erworbene Jagdschloss Falkenlust als Museum der Öffentlichkeit zugänglich.
In den Nebengebäuden wird in anschaulicher und informativer Weise die Falknerei dargestellt. Die Lebens- und Arbeitsweise der Falkner zeigt eine vor kurzem neu eingerichtete, originalgetreue Falknerstube.


Gesamtkunstwerk des Rokoko
Schloss Falkenlust wurde im Jahre 1984 zusammen mit Schloss Augustusburg als ein Beispiel für ein einmalig erhaltenes Gesamtkunstwerk des Rokoko in Deutschland in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Ab 1730 entstand im Falkenlustbusch in unmittelbarer Nähe des Jagdschlosses eine Muschelkapelle, die von Peter Laporterie in Form einer Staunen erregenden Eremitengrotte mit Muscheln, Mineralien und Kristallen ausgestaltet wurde.
 

Schloss Augustusburg - ein Meisterwerk des Rokoko
Schloss Augustusburg, die Lieblingsresidenz des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August von Wittelsbach (1700-1761), zählt als Meisterwerk des Rokoko zu den ersten bedeutenden Schöpfungen dieser Stilrichtung in Deutschland.
 

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bruehl16933.jpgPrunktreppenhaus
Im Auftrag Clemens Augusts begann zunächst der westfälische Baumeister Johann Conrad Schlaun 1725 mit der Errichtung des Schlosses auf den Ruinen einer mittelalterlichen Wasserburg.
Ab 1728 erhielt die Augustusburg unter dem bayerischen Hofbaumeister François de Cuvilliés ihre Ausgestaltung als herausragende Residenz dieser Zeit. Bis zu ihrer Vollendung 1768 wirkten hier namhafte Künstler von europäischem Ruf. Beispielhaft sei Balthasar Neumann genannt, der den Entwurf für das Prunktreppenhaus anfertigte, ein Bravourstück, eine hinreißende Schöpfung voller Dynamik und Eleganz. Durch die Zusammenführung von Architektur, Plastik, Malerei und Gartenkunst entstand ein Gesamtkunstwerk des deutschen Rokoko von höchstem Rang.
 
Weltkulturerbe
Die UNESCO würdigte dies 1984 durch die Aufnahme des Schlosses Augustusburg - zusammen mit Schloss Falkenlust und den Brühler Gärten - in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit. Ab 1949 wurde Schloss Augustusburg viele Jahrzehnte lang als Repräsentationsschloss des Bundespräsidenten und der Bundesregierung genutzt.
Die barocke Gartenanlage schuf Dominique Girard nach französischem Vorbild ab 1728. Sie ist auf Grund sachgemäßer Restaurierung und Pflege heute eine der authentischsten Gartenanlagen des 18. Jahrhunderts in Europa. Abseits des barocken Gartens gestaltete Peter Josef Lenné ab 1840 Waldbereiche nach dem Muster eines englischen Landschaftsgartens - ein Bereich, der heute zu erholsamen Spaziergängen einlädt.

Das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer sorgt dafür, dass in Brühl ein Schloss von Weltrang erhalten wird und - zusammen mit Schloss Falkenlust - als Museum der Öffentlichkeit zugänglich ist.



Schloss Brühl
Schlossstraße 6
D-50321 Brühl
Telefon   +49 (0) 22 32 / 44 000
und   +49 (0) 22 32 / 944 31 17
Telefax   +49 (0) 22 32 / 944 31 27
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www.schlossbruehl.de

 

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Fotos:
Florian Monheim, Krefeld
 
   
 
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