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Tanz & Ballett: Deutsche Oper am Rhein |
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Duisburg und Düsseldorf
Ballett „b.01“ bis „b.05“
Das überaus reiche Spielplan-Angebot umfasst
5 Ballettpremieren unter Ballettdirektor Martin Schläpfer.
Spielzeit: 2009-2010 |
Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg
Der neue Name der Tanzsparte an der Deutschen Oper am Rhein steht für die neue künstlerische Ausrichtung des Balletts unter der Leitung von Martin Schläpfer. Als Ballettdirektor und Chefchoreograph hat er für die fünf Premieren – „b.01“ bis „b.05“ – sowohl eigene Uraufführungen und Choreographien als auch Ballette von Hans van Manen, George Balanchine, Paul Lightfoot und Sol León, Twyla Tharp, Kurt Jooss und Teresa Rotemberg zusammengestellt. „Ballett am Rhein zu einer der ersten Adressen der Tanzkunst zu machen – weltweit“ – dieses Ziel formuliert Schläpfer für seine neue Compagnie, die mit 48 Tänzerinnen und Tänzern zu den größten in Deutschland zählt.
Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Choreographen. Das von ihm 1999 gegründete ballettmainz, das Martin Schläpfer noch bis Juni 2009 leitet, erreichte innerhalb kurzer Zeit europaweite Anerkennung. |
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Stücke und Termine
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b.01
Marsch, Walzer, Polka
Martin Schläpfer
Ein geheimnisvolles Tremolo scheint eine anmutige Landschaft zu beschreiben. Wie sanfte Wellen schlagen Motivsplitter an die Oberfläche. „An der schönen blauen Donau“ beginnt sich zu drehen. Immer wieder neu entwickelt sich der musikalische Fluss, holt Schwung, ja gewinnt Kraft aus den berühmten Verzögerungen. Die Musik keiner Stadt trägt diese Möglichkeit in sich, in einem einzigen Takt alles auszudrücken: den Heurigen, das (wohlige) Aussetzen des Herzschlags, den Blick in die Unendlichkeit – und dasjenige dahinter. Strauß, Vater und Söhne, das heißt: Walzertraum und Tanzekstase, Lebensmelodie im Dreivierteltakt und fröhliche Ausgelassenheit, Unterhaltung und Selbstbefreiung, aber auch Melancholisches, Versponnenes, oft Ausbrechendes bis hin zum Eskapismus oder in die Hysterie – eine Musik, die auch die Nachtseiten kennt, so gefährlich wie süß ist. mehr...
Frank Bridge Variations
Hans van Manen
Zornig aufgebracht beginnt der Tanz. Paare erahnen sich, finden sich über einen Blick aus dem Augenwinkel. Fordern sich auf zum erotischen Duell und zur zärtlichen Verbindung, umkreisen sich und scheinen wie durch ein unsichtbares Band unauflöslich aneinander gebunden. mehr...
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3.Sinfonie (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Immer wieder aufs Neue dringt der Choreograph Martin Schläpfer in die Tiefenschichten der von ihm gewählten Musiken vor, gräbt sich in sie hinein und erschließt aus der intensiven Auseinandersetzung mit ihnen nicht nur neue Bewegungs- und Theaterwelten zwischen purem Tanz und Seelenschau, Form und Emotion, sondern ebenso komplexe wie vielschichtige Partituren für ein „Musizieren mit dem Körper“. Offene Fragen geben ihm dabei Impulse, Grenzen zu überschreiten, Widerstände herauszukehren, tradierte Formen zu modifizieren. Es ist die Suche nach einem Weg für eine Ballettkunst des 21. Jahrhunderts, die ihn antreibt – kraftvoll, extrem, manchmal störrisch, oft voll doppelbödigem Humor, fremd und doch nah und zutiefst berührend in der Unmittelbarkeit seiner Tanzsprache. mehr...
Fotos: Gert Weigelt
Dauer: ca. 2 1⁄2 Stunden, zwei Pausen
Termine
Opernhaus Düsseldorf
Theater Duisburg
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B.02
Kunst der Fuge
Martin Schläpfer
Für sein erstes abendfüllendes Ballett nahm sich Martin Schläpfer mit Johann Sebastian Bachs letzter Komposition – der unvollendet gebliebenen „Kunst der Fuge“ – eines der bedeutendsten und vielschichtigsten Werke der Musikgeschichte vor – und kreierte einen zeitgenössischen Klassiker, der seit seiner Uraufführung mit ballettmainz im November 2002 auch auf zahlreichen Gastspielen und Festivals zu sehen war, darunter das Europäische Bachfest Stuttgart, das Schweizer Festival „Basel tanzt“ sowie die renommierte Tanzbiennale von Lyon.
Die Arbeit an der „Kunst der Fuge“, die Bach wahrscheinlich seit Beginn der 1740er Jahre bis zu seinem Tod 1750 beschäftigte und die mitten in der letzten Fuge nach der Verwendung der Tonbuchstaben B-A-C-H abbricht, ist mehr als nur die grandiose musikalische Erforschung aller möglichen Arten, eine Fuge zu komponieren. Sie ist Bachs Erforschung seiner selbst. Eine Suche, die bis auf die Ursprünge der Fuge zurückgreift, ist diese doch nicht nur ein formales Modell, sondern bedeutet „Fuga“ im Italienischen auch Flucht: Flucht im Sinne der „Flucht“ zweier Stimmen voreinander im Kanon oder in der Fuge; für Bach, den „Musiker Gottes“, sicher aber auch Flucht aus der Welt, Flucht vor dem Lärm, der nicht Klang ist, Flucht vor dem in seinen Augen um sich greifenden Verrat an der untergehenden Kultur der Reformationszeit und des Barock, der er sich zugehörig fühlte.
Für Martin Schläpfer öffnet sich mit jedem der 19 Bach’schen Kontrapunkte ein neuer Raum. Verschiedenartigste „Ausschnitte von Welt“, Bilder zeitgenössischen Lebens, fügen sich kaleidoskopartig zu einem Theaterabend, dessen ebenso vielfältige wie einfallsreiche Bewegungssprache munter klassisches und modernes Vokabular, pures Ballett und Tanztheatralisches, Schläppchen, Spitzenschuhe und High Heels in geradezu verschwenderischer barocker Fülle zusammendenkt, ohne dabei auch nur für einen Moment den Focus zu verlieren.
„Mit dem Bach-Abend ist Meisterhaftes gelungen“, schrieb Wiebke Hüster in der Basler Weitung über die Uraufführung. „Dabei liegt die Latte der technischen Schwierigkeiten hoch. Da wird gesprungen, gestreckt, battiert, gedreht und kaprioliert, dass es eine Freude ist.“
MUSIK
„Die Kunst der Fuge“ BWV 1080 von Johann Sebastian Bach
Choreographie Martin Schläpfer
Bühne Thomas Ziegler
Kostüme Catherine Voeffray
Dauer: ca. 2 Stunden, eine Pause
Theater Duisburg
Juni 2010
Fr | 25.06. | 19:30
Mi | 30.06. | 19:30
Juli 2010
Sa | 03.07. | 19:30
Di | 06.07. | 19:30
Mi | 07.07. | 19:30
Sa | 17.07. | 19:30
Choreographie Martin Schläpfer
Bühne Thomas Ziegler
Kostüme Catherine Voeffray
BALLETT AM RHEIN DÜSSELDORF DUISBURG
b.03
Serenade
George Balanchine
Auf geradezu magische Weise öffnet sich die Tür in die Welt des klassischen Balletts mit einer äußerst simplen Aktion: 17 bewegungslos in sich versunkene Tänzerinnen in hellblauen, dreiviertellangen „Sylphides“-Tütüs nehmen unisono die Erste Position des klassischen Kanons ein. Mit unerschöpflichem Erfindungsreichtum und einer klaren, von allem äußerlichen Beiwerk befreiten Bewegungssprache, die in wehmütigem Glanz von einem romantisch-verträumten Sehnen spricht, entfalten sich der Zauber und die Schönheit des puren Tanzes. mehr...
Signing Off
Paul Lightfoot und Sol León
Schwarzweiß ist die Welt. Die kreisenden Bewegungen der Musik ziehen immer tiefer hinein in die Strudel nur scheinbar friedlicher Trancezustände. Ein Todesbote wandelt einsam vor sich hin. Zwei Tänzerinnen werden auf schaurig-schöne Weise von schwarzen Wasserfällen aus wallender Seide verschlungen. mehr...
Reformationssymphonie
Martin Schläpfer
„Ein Schlachtlied war jener trotzige Gesang, womit er (Luther) und seine Begleiter in Worms einzogen“, schrieb Heinrich Heine über das 1529 entstandene Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“, das sich längst zu einer Art Hymne der Protestanten entwickelt hatte. Und weiter: „Der alte Dom zitterte bey diesen neuen Klängen, und die Raben erschraken in ihren obscuren Thurmnestern. mehr...
Dauer: ca. 2 Stunden, zwei Pausen
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b.04
Baker's Dozen / Twyla Tharp
Eine Party in lässiger Atmosphäre. 12 Tänzerinnen und Tänzer, die mit ihren weich fließenden, sportiven und doch eleganten weißen Outfits den Charme von Countryclubs der 1920er Jahre beschwören, finden sich auf der Tanzfläche, um die Konventionen eines nachmittäglichen Tanztees mit ebenso witzigen wie exzentrischen Einfällen aufzubrechen: Ein hinreißender Schwof kippt da plötzlich in einen Kopfstand um, emphatische Gesten zu einem glühenden Tango lösen sich in bizarre „Lifts“ auf, smarte Nonchalance mündet in eine groteske Kletterpartie.mehr...
Pavane auf den Tod einer Infantin
Kurt Jooss
In die Welt des spanischen Hofes und seiner strengen Etikette entführt uns Kurt Jooss’ „Pavane auf den Tod einer Infantin“: Von monotoner Strenge und unmenschlicher Starrheit ist der Tanz, zu dem sich die Hofgesellschaft – eingezwängt in die steifen Kostüme des spanischen Barock – versammelt hat. mehr...
Neither (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Klänge kreisen in einem schwebenden Zustand wie in Zeitlupe ziellos vor sich hin, als wären sie Akkorde der Ewigkeit. Blockhafte Setzungen lösen sich durch Überlagerungen von Zeitschichten in amorphe Gespinste von betörend süßer Melancholie auf. Eine hoch exponierte, einsame Frauenstimme entfaltet ihren Gesang in schwebend-gebrochenen Kantilenen. Mit unwiderstehlichem Sog werden wir mitgenommen auf eine Reise ins Ungewisse und Unerhörte, hinein in ein zartes Vorantasten zwischen Klang und Stille: „Hin und her im Schatten vom inneren zum äußeren Schatten / vom undurchdringlichen Selbst zum undurchdringlichen Unselbst / durch weder noch ...“ (Samuel Beckett). mehr...
Dauer: ca. 2 Stunden, eine Pause
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b.05
Pezzi und Tänze / Martin Schläpfer
Pezzi und Tänze
Martin Schläpfer
Etwas Kleines, Leichtes, nicht aber Unbedeutendes, sondern eher eine Praline“, stellte sich Martin Schläpfer vor, als er 2008 seine „Pezzi und Tänze“ kreierte. Auf flacher Sohle, frei und schwingend in der Körperlichkeit, aber auch bizarr und den Verlust der Kontrolle riskierend entfaltet sich der Tanz über einer Musik, die mit ihrem steten Fluss einer in sich pendelnden, unendlich fortschreibbaren Melodik wie eine rituelle Beschwörungsformel wirkt: die 1956 entstandenen „Tre Pezzi“ für Saxophon des Italieners Giacinto Scelsi (1905–1988). mehr...
Irreversibel (Uraufführung)
Teresa Rotemberg
Es sind kuriose Geschichten in einer äußert pointierten Bewegungssprache, mit denen die argentinische Choreographin Teresa Rotemberg ihr Publikum fasziniert – hintergründig zwischen Tanz und Theater oszillierend voller grotesker Komik, aber auch berührender Tragik, alltäglicher Absurditäten und mit einem ganz eigenen Temperament und Witz.mehr...
Ramifications
Martin Schläpfer
Eine Tänzerin erschafft eine Architektur der Linien und Kurven, der Zwischenräume, der imaginären Räume. Ihr Körper wächst weit über seine eigentliche Größe hinaus, wirkt gestreckt, wie verlängert – und dann auch wieder ganz klein. In höchster technischer Anforderung, die sich für den Betrachter in eine paradoxe Leichtigkeit transformiert, erforscht Martin Schläpfer in seinem Solo „Ramifications“ auf György Ligetis gleichnamige, 1968/69 entstandene Komposition Bewegung und Raum zwischen gegensätzlichen Polen. mehr...
Termine
Opernhaus Düsseldorf
Juni 2010
Sa | 19.06. | 19:30
So | 27.06. | 15:00
Juli 2010
Do | 01.07. | 19:30
Fr | 02.07. | 19:30
So | 04.07. | 18:30
Sa | 10.07. | 19:30
Di | 13.07. | 19:30
Fr | 16.07. | 19:30
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Alle Informationen zu dem Spielplan und den Karten sind erhältich in den Opernshops
Düsseldorf (Tel. 0211 / 89 25 211) und
Duisburg (Tel. 0203 / 9 40 77 77) sowie über
www.rheinoper.de
Deutsche Oper am Rhein
Opernhaus Düsseldorf
Heinrich-Heine-Allee 16a
40213 Düsseldorf
Telefon: (0211) 89 25 210
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Quelle: Deutsche Oper am Rhein / Fotos: © Eddy Straub
und © Gert Weigelt
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