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Theater: Krefeld / Mönchengladbach |
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Theater Krefeld/Mönchengladbach
Schauspiel - Spielplan 2010
Unterhaltend und kontrastreich - so präsentiert sich das Programm.
Laufzeit: 2010 |
Vor 50 Jahren, am 19. April 1950, gaben sich die Städte Krefeld und Mönchengladbach das Ja-Wort für ein gemeinsames Theater. Es war und bleibt die beste Entscheidung - auch wenn einige Stimmen anfangs das Gegenteil behaupteten. Mittlerweile sind sie das älteste Kooperationstheater in Deutschland. |
Die Stücke, Termine und Spielstätte in der Übersicht |
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Die Troerinnen
von Euripides
Schauplatz der Tragödie ist die durch das griechische Heer vernichtend ge-schlagene Stadt Troja. Zehn lange Jahre tobte dort der verlustreiche Trojani-sche Krieg – „die Mutter aller Kriege“ –, ausgelöst durch die angebliche Ent-führung der schönen Helena. Ob die Gattin des griechischen Fürsten Mene-laos dem jungen trojanischen Königssohn Paris allerdings wirklich so ungern ins reiche Troja folgte, wie sie später behauptet, ist zumindest fraglich. Jetzt sind König Priamos und seine Söhne tot, die trojanischen Männer ermordet, die Stadt liegt in Schutt und Asche. Die überlebenden Frauen – unter ihnen auch die um Mann und Söhne trauernde ehemalige Königin Hekabe – harren dar-auf, als Kriegsbeute an die Sieger verschachert zu werden. „Welche Frau fällt per Losentscheid welchem Griechen zu, muss wo als Sklavin dienen?“, ist die Frage, die alle bewegt. Die ehemals stolzen Troerinnen erwartet nichts als Elend und Tod; ihr Schicksal können sie nur beklagen, nicht ändern. Immerhin werden auch die Sieger ihren Sieg nicht lange genießen können, denn die Götter haben ihnen Rache geschworen.
Euripides‘ auch heute noch verstörende, weil zeitlose Tragödie wurde 415 v. Chr. vermutlich als Teil einer Dramen-Trilogie bei den Großen Dionysien, den alljährlich zu Ehren des Gottes Dionysos veranstalteten Festspielen, erstmals aufgeführt. Die Schilderung des Elends der Besiegten und der Grausamkeit der Sieger hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt und wirkt in ihrer Mo-dellhaftigkeit und in ihrer Verdammung des Krieges erschreckend heutig.
Mit: Anja Barth, Esther Keil, Floriane Kleinpaß, Ines Krug, Eva Mona Rodekir-chen, Sven Seeburg sowie Roy Borowsky / Paul Kappmeyer / Jonas Trebo (Astyanax).
Inszenierung und Bühne: Bruno Klimek, Kostüme: Uta Winkelsen,
Dramaturgie: Ulrike Brambeer
Weitere Termine:
03. Juli 2010 | 20.00 Uhr | TiN Mönchengladbach (Großer Saal) |
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Amadeus
von Peter Shaffer (*1926)
„Verzeih, Mozart! Verzeih deinem Mörder!“ Tag und Nacht flüstert, wispert, schreit Antonio Salieri es hinaus: Seit Wolfgang Amadeus Mozart vor über 30 Jahren auf rätselhafte Weise starb, quält den ehemaligen Hofkompositeur sein Gewissen. Doch ist er wirklich der Mörder des jungen Genies? –
Wien, die Stadt der Musik, im Jahre 1780. Der junge Antonio Salieri ist der erfolgreichste Komponist bei Hofe. Doch plötzlich erstrahlt ein neuer, leuchtend heller Stern am Musikhimmel: Wolfgang Amadeus Mozart, das unerzogene Wunderkind, das exaltierte Genie wird über Nacht zum Shooting Star der Wiener Klassik. Warum er? Warum hat Gott diesen kichernden Kindskopf auserwählt, warum ihn mit jenem übermenschlichen Talent gesegnet und seinen gehorsamsten Diener, Antonio Salieri, mit nichts als… Mittelmäßigkeit? Salieri schwört Rache: Er wird nicht ruhen, bis er Mozart, den Liebling dieses ungerechten Gottes, vernichtet hat…
Wie könnte ein wahrer Künstler sich jemals mit der Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit abfinden? Nicht dem Genie Mozart sagt Salieri den Kampf an, sondern Gott selbst: Das junge Ausnahmetalent wird zur bloßen Marionette in Salieris ebenso verzweifeltem wie grausamen Machtspiel, seinem aussichtslosem Kampf gegen das Wissen um die eigene Mittelmäßigkeit. Shaffers aufregender Theaterkrimi war die Vorlage für den gleichnamigen Film von Miloš Forman, der 1985 mit gleich acht Oscars ausgezeichnet wurde.
Termine
04. Juli 2010 | 19.30 Uhr | TiN Mönchengladbach (Großer Saal) |
09. Juli 2010 | 20.00 Uhr | TiN Mönchengladbach (Großer Saal) |
14. Juli 2010 | 20.00 Uhr | TiN Mönchengladbach (Großer Saal) |
17. Juli 2010 | 20.00 Uhr | TiN Mönchengladbach (Großer Saal) |
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Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
von Alessandro Baricco (*1958)
Zwei Männer, zwei Musiker, zwei Freunde: Sie begegnen sich ein letztes Mal im Maschinenraum eines Ozeandampfers. Das ausgediente Schiff soll mit Dynamit gesprengt werden. Einer der Männer, Novecento, wird an Bord bleiben…
Hier, wo die Geschichte endet, beginnt sie auch: Auf der „Virginian“, die Emigranten von Europa in die USA bringt, wird 1900 ein Säugling gefunden. In Anspielung auf das neue Jahrhundert tauft man das Findelkind auf den Namen Novecento. Der Junge wächst heran und wird zu einem begnadeten Jazz-Pianisten. Das Schiff ist seine Welt, die Musik sein Leben. Für die Bordkapelle wird eines Tages auch der Posaunist Tim Tooney engagiert. Die beiden werden Freunde. Aber auch im Laufe vieler gemeinsamer Überfahrten gelingt es Tooney nicht, zu ergründen, worin das Geheimnis Novecentos liegt, warum er das Schiff nicht verlassen will.
Im Rückblick erzählt Tooney die poetische Lebensgeschichte des Findelkindes, das in den Augen der Schiffspassagiere lesen und sich eine Welt der Vorstellung erschaffen kann. In Novecentos Phantasie werden die Orte und ihre Stimmungen, von denen ihm die Menschen erzählen, lebendig.
Altersempfehlung unserer Theaterpädagogik: Geeignet ab der 9. Klasse
Termine:
07. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Fabrik Heeder, Studiobühne I
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experiment. prisoner 819 did a bad thing
von Hermann Schmidt-Rahmer (*1960)
Die Regeln sind einfach: gehorchen. Oder befehlen. Je nachdem, zu welcher Gruppe man gehört… Für ein Forschungsprojekt sucht das psychologische Seminar einer Universität Freiwillige. Einzige Vorbedingung: Die Kandidaten verzichten für die Dauer von 14 Tagen auf ihre bürgerlichen Grundrechte. Schauplatz des Experiments ist ein simuliertes Gefängnis. Die Probanden, allesamt „Durchschnittsbürger“, werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Die einen spielen die Wärter, die anderen die Gefangenen. Aufgabe der Wärter ist es, eigene Mittel und Wege zu finden, die Ordnung aufrecht zu erhalten und – gegebenenfalls – auf Ungehorsam zu reagieren. Doch schon nach kurzer Zeit setzt sich eine Spirale aus Erniedrigung, Willkür und Gewalt in Gang. Was als harmloses Spiel begonnen hat, gerät völlig außer Kontrolle…
„Du machst alles. Alles machst du. Dinge, die nichts mit deiner Erziehung zu tun haben, nichts mit deinem Charakter. Finde dich wieder zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und du machst es.“ Das legendäre Stanford-Prison-Experiment musste 1971 nach nur wenigen Tagen abgebrochen werden, weil die Situation im simulierten Gefängnis eskalierte: Auf schockierende Art und Weise zeigte sich, zu welchen Taten „Normalbürger“ im Namen von Recht und Ordnung fähig sind. Nach Oliver Hirschbiegels Film „Das Experiment“ (2001) setzt sich nun auch Hermann Schmidt-Rahmers 2008 uraufgeführtes, beklemmendes Bühnenstück mit der hochaktuellen Thematik auseinander.
Aufführungen:
11. Juli 2010 | 19.30 Uhr | Theater Krefeld
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Buddenbrooks
von John von Düffel
nach dem Roman von Thomas Mann (1875-1955)
Die drei Kinder Thomas, Tony und Christian der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Buddenbrook haben eigentlich eine rosige Zukunft vor sich. Allerdings sind ihr Lebenswandel, die Wahl der Ehepartner oder auch die Entscheidungen hinsichtlich ihrer beruflichen Werdegänge dem strengen Diktat der Ökonomie unterworfen. So heiratet die verwöhnte Tochter Tony den Betrüger Grünlich, dessen finanzieller Bankrott auch das Ende ihrer Ehe bedeutet. Der älteste Sohn Thomas muss die stagnierende Firma leiten und zwingt sich selbst dazu, die Rolle des rücksichtslosen Familienoberhauptes zu übernehmen. Der hypochondrisch-kränkelnde Christian wiederum bringt zunächst sein Vermögen in Bohèmekreisen durch und tritt dann gegen seinen Willen und seine Neigungen in das Buddenbrook-Unternehmen ein. Doch durch seine Unfähigkeit, sich den wirtschaftlichen und familiären Strukturen unterzuordnen, spitzt sich der Konflikt zwischen ihm und Thomas zu. So unaufhaltsam wie das riesige Vermögen verfällt auch die Familie.
In seiner 2005 am Thalia Theater Hamburg uraufgeführten Bühnenfassung verdichtet John von Düffel Thomas Manns nobelpreisgekrönten Familienroman zu einer spannenden Beschreibung des dreifachen Scheiterns der Geschwister. Am Grundproblem der drei Protagonisten, ihre Lebensplanung am Firmenimperativ der Vermögensoptimierung zu orientieren, wird exemplarisch der Zerfall des (Groß-) Bürgertums vorgeführt.
Termine:
08. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Theater Krefeld
10. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Theater Krefeld
16. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Theater Krefeld
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Der Ring an 1 Abend
von Richard Wagner / Loriot
Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen ist ein Werk der Superlative: 26 Jahre schrieb der Komponist an seinem Mammutprojekt: Die Spieldauer beträgt etwa 16 Stunden. Dass vor allem der zeitliche Umfang dieses Werks so manchem Zuschauer Respekt einflößt, liegt auf der Hand. Umso er-freulicher die Nachricht, dass es eine Kurzfassung dieser wohl berühmtesten germanischen Göttersage gibt: Die Ring-Version von Vicco von Bülow (alias Loriot) schildert die Geschichte vom Ursprung der Welt bis zu ihrem Untergang als flammendem Inferno in nur drei Stunden! Als Brücke zwischen den Tonbeispielen aus allen vier Opern fungiert ein dramaturgisch raffiniert gebauter Text in bester Loriot-Manier. Mit geistreichem Witz und feiner Sprachklinge gelingt es dem berühmten Humoristen, Regisseur, Schriftsteller, Schauspieler und Opernliebhaber aus der komplizierten (und umfangreichen) Familienge-schichte eine kurzweilige Abendunterhaltung zu machen, die sowohl Wagner-Kenner wie auch Wagner-Scheue zu begeistern vermag.
Die Vereinigten Städtischen Bühnen sind das erste Theater, das die Rechte erwarb, den Abend als eigenständige Produktion – mit eigenem Erzähler – auf die Bühne zu bringen. Generalintendant Jens Pesel wird den Sprechtext vor-tragen, insgesamt zehn Solistinnen und Solisten präsentieren die musikalischen Highlights aus „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdäm-merung“. Begleitet werden die Sänger von den Niederrheinischen Sinfonikern unter Generalmusikdirektor Graham Jackson.
Es singen: Kerstin Brix, Uta Christina Georg, Debra Hays, Dara Hobbs, Isabelle Razawi; Hayk Dèinyan, Michael Kupfer, Walter Planté, Timothy Simpson, Matthias Wippich
Termine: 7./11./16. Juli 2010
Karten gibt es an der Mönchengladbacher Theaterkasse, Tel.: 02166/6151-100, sowie an allen Ticket-Online-Vorverkaufsstellen
und im Internet unter www.ticketonline.de.
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Das Interview
von Theodor Holman (1953) und Theo van Gogh (1957 - 2004)
Der Politredakteur Pierre Peters ist stocksauer. Statt zu einer bedeutenden Kabinettssitzung in Den Haag, bei der der Rücktritt der niederländischen Regierung zu erwarten ist, schickt man ihn zu einem Interviewtermin mit dem Soap-Sternchen Katja Schuurman. Widerwillig trifft sich der ehemalige Kriegsreporter mit der jungen Quotenqueen in ihrer Wohnung und muss bald erkennen, dass die vermeintlich dümmliche Schauspielerin ein ebenbürtiges Gegenüber darstellt. Zwischen Katja und Pierre entwickelt sich ein verbaler Machtkampf, in dem die Rollenverteilung von Fragendem und Befragtem ständig wechselt. Im Laufe des Gesprächs schließen sie einen riskanten Pakt: Jeder gibt sein dunkelstes Geheimnis preis, wird dabei mit Katjas Handkamera gefilmt und liefert sich somit dem anderen völlig aus...
„Das Interview“ ist der vorletzte Film des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh, der spätestens seit seiner Ermordung 2004 durch einen islamistischen Fanatiker weltweit bekannt ist. Der Autor und Journalist Theodor Holman machte aus dem Filmstoff ein packendes Theaterstück, in dem die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, Schein und Sein zunehmend verschwimmen.
Aufführungen:
06. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Fabrik Heeder, Studiobühne I
10. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Fabrik Heeder, Studiobühne I
13. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Fabrik Heeder, Studiobühne I
16. Juli 2010 | 20.00 Uhr | Fabrik Heeder, Studiobühne I
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Theater Krefeld
Theaterplatz 3
47798 Krefeld
Fabrik Heeder
Virchowstr. 130
47798 Krefeld
Theater Mönchengladbach
Odenkirchener Straße 78
41236 Mönchengladbach
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Einzelkarten und Abonnementbestellungen
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Fon: 0 21 51 / 805 - 125
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10 – 13 und 17 – 19 Uhr,
Samstag 10 – 13 Uhr
Theaterkasse / Abobüro
Fon: 0 21 66 / 61 51 - 100
Fax: 0 21 66 / 61 51 - 103
Montag bis Freitag 10 – 13
und 17 – 19 Uhr,
Samstag 10 – 13 Uhr und
Sonntag 11 – 13 Uhr
Abendkasse
1 Stunde vor dem Konzert |
Quelle: Theater Mönchengladbach / Krefeld
Fotos: © Stutte |
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