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Gärten & Schlösser: Europäisches Gartennetzwerk |
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Das Europäische Gartennetzwerk
Drei neue Partnergärten
Seit Mai 2008 präsentierensich drei weitere Gärten aus Großbritannien und Deutschland auf der Internetseite. Als einhundertster Garten wurde nun der Garten der Liebermann-Villa am Wannsee aufgenommen. |
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„Mein Schloss am See“ nannte Max Liebermann (1847 – 1935) seinen Landsitz am Wannsee.
1909 ließ sich der Maler und Grafiker, einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus, vom Architekten Paul Baumgarten ein Landhaus im neoklassizistischen Stil bauen. Hier fand er die nötige Ruhe von der Großstadt.
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Den etwa 7000 Quadratmeter großen Garten gestaltete er nach eigenen Ideen, gemeinsam mit dem Gartenarchitekten Alfred Lichtwark, Direktor der Hamburger Kunsthalle. Es entstand ein moderner Garten, der den damaligen Umbruch in der Gartenkunst vom landschaftlichen zum architektonischen Stil widerspiegelt.
Der Garten der Liebermann-Villa am Wannsee wurde nun als einhundertster Garten ins Europäische Gartennetzwerk (EGHN) aufgenommen. Damit ist das Netzwerk, das sich für europäische Gartenkultur und die regionale Bedeutung von Gärten und Parks einsetzt, um einen kulturhistorisch einzigartigen und international bedeutenden Partner gewachsen. Zu finden ist er im Internet auf www.eghn.eu unter den „Gärten berühmter Personen" in der Rubrik „Europäische Themen“.
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Der Garten der Liebermann-Villa
Zum Garten gehören ein Stauden-, Obst- und Gemüsegarten, üppige Blumenbeete, eine weite Rasenfläche, die den mit Blick auf den See freilässt, sowie drei Heckengärten. Von der Terrasse führt ein gerader Weg durch einen Birkenhain zum Wannsee. Die formal klare Anlage inspirierte Liebermann zu mehr als 200 Ölgemälden, Pastellen und Grafiken. Hauptmotive waren zum Beispiel die Blumenterrasse mit ihren Farbkontrasten oder der Birkenweg. Nach dem Tod Liebermanns 1935 erlebten Haus und Garten eine wechselvolle Geschichte: 1940 Zwangsverkauf an die Reichspost, später Nutzung als Krankenhaus, ab 1972 Sitz eines Tauchclubs. 1987 wurde der nur noch fragmentarisch erhaltene Garten in die Denkmalliste eintragen und 1995 auf Initiative der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin auch die Villa unter Denkmalschutz gestellt. Nach umfassender Renovierung und Rekonstruktion von Haus und Garten ist die Liebermann-Villa seit 2006 als Museum für Publikum geöffnet. Im Mai 2008 wurde sie als eine herausragende Denkmalschutz-Initiative mit dem Europäischen Denkmalschutzpreis 2008 in der Kategorie „Conservation" geehrt.
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Der Garten der Liebermann-Villa am Wannsee präsentiert sich heute wieder so wie Max Liebermann ihn damals plante – als Künstlergarten, komponiert mit Sinn für Farbe und Licht.
Zweiter neuer Partner
„Ein uraltes Schloss am Meeresstrand; Ein herrlicher Park im baumlosen Land…“, Schloss Lütetsburg hat schon Theodor Fontane bei seinem Besuch im August 1882 so beeindruckt, dass er es in einem Gedicht verewigte. Das Wasserschloss in der Nähe der Stadt Norden in Niedersachsen mit seinem 25 Hektar großen Englischen Landschaftsgarten ist ebenfalls neuer Partner im EGHN.
Schloss und Park sind seit Generationen im Besitz der Familie Inn- und Knyphausen. Seit Jahrhunderten bildet der Park eine Einheit mit der umgebenden ostfriesischen Landschaft. Vorburg und Torhaus sowie der Grundriss der Gesamtanlage stammen aus der Renaissance. Das Schloss wurde mehrfach zerstört und Anfang der 1960er Jahre wieder erbaut.
Den Schlosspark legte Reichsfreiherr Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen zwischen 1790 und 1824 an. Als Englischer Landschaftsgarten im frühromantischen Stil gehört er zu den wenigen erhaltenen Beispielen seines Typs auf dem europäischen Kontinent. Bodenmodellierungen, Seen und Wasserläufe, Pflanzenauswahl und architektonischen Elemente folgen einer genauen Systematik, die die Sinne des Betrachters anregen und bestimmte Stimmungen erzeugen sollen. Als außergewöhnliches Gartenkunstwerk bietet der Park zu jeder Jahreszeit besondere Aspekte: im zeitigen Frühjahr, wenn Narzissen und Osterglocken große, leuchtend gelbe Blütenteppiche bilden, zur Azaleen- und Rhododendronblüte im Mai und Juni, oder im Herbst, wenn die Herbstfärbung der mehr als 150 Baumarten ein buntes Farbspiel geben.
Dritter neuer Partner im Europäischen Gartennetzwerk sind die Gärten von Trentham Estate südlich der britischen Stadt Stoke-on-Trent in Staffordshire. In Trentham treffen unterschiedlichste Gartenstile aufeinander: die berühmten Italienischen Gärten von Sir Charles Barry aus dem 19. Jahrhundert, zeitgenössische „blühende Prärien“, 12 Schaugärten, oder auch der meilenlange See von Lancelot „Capability“ Brown aus im Jahr 1759.
Einst im Besitz des Dukes of Sutherland sind die Trentham Gardens heute Teil des ambitionierten Projekts, The Trentham Estate“: Seit 2004 entsteht – privat finanziert von den Eigentümern St. Modwen Properties PLC und dem deutschen Unternehmer Willi Reitz – auf einer Fläche von etwa zwei Quadratkilometern ein touristisches Ausflugsziel mit unterschiedlichen Landschaften, Freizeitangeboten, Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Gastronomie und einem Gartencenter. Etwa 1000 neue Arbeitsplätze sollen hierdurch künftig entstehen. Am Anfang stand die Restaurierung der Gärten – eines der größten Projekte dieser Art in Großbritannien. In den Folgejahren wurden behutsam historische Strukturen wieder hergestellt und darin zeitgenössische Entwürfe namhafter europäischer Landschaftsarchitekten integriert. Zentrum der Anlage ist der der vier Hektar große Italienische Garten, der vollständig restauriert wurde. Die Neubepflanzung stammt vom derzeit führenden britischen Landschaftsarchitekten Tom Stuart-Smith. Mehr als 80.000 Stauden und 100.000 Zwiebelpflanzen sorgen nun durch das gesamte Jahr für unterschiedliche Blühaspekte. Parallel zum Fluss Trent hat zudem der niederländische Landschaftsarchitekt Piet Oudolf auf drei Hektar Fläche eine blühende Prärie geschaffen.
Trentham Gardens stehen für eine gelungene Verbindung von historischer und zeitgenössischer Gestaltung. Gleichzeitig sind sie herausragendes Beispiel dafür, wie Gärten zur Entwicklung einer Region beitragen können.
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Europäische Gartennetzwerk
Zum Europäischen Gartennetzwerk gehören Gärten und Parks und Kulturlandschaften in fünf europäischen Ländern. Präsentiert werden sie auf elf regionalen Routen sowie unter den vier Europäischen Themen „Geschichte der Gartenkunst“, „Gärten berühmter Personen“, „Fruchtbare Gärten“ und „Zeitgenössische Gärten“. Ausführliche Beschreibungen zu den genannten Gärten, sowie Fotos und Besucherinformationen sind zu finden unter der Rubrik „Europäische Themen“ auf www.eghn.eu.
Informationen zum Europäischen Gartennetzwerk
Das Europäische Gartennetzwerk EGHN hat zum Ziel, Parks und Gärten als wichtigen Teil der regionalen Kulturlandschaft in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Unter der Leitung der Stiftung Schloss Dyck arbeiten derzeit sechzehn Partner aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden zusammen, um durch Vernetzung von Parks und Gärten deren Erhalt zu sichern. In Nordrhein-Westfalen wird das Projekt insbesondere unterstützt vom Landschaftsverband Rheinland, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie dem Regionalverband Ruhr. Gefördert wird das INTERREG IIIB-Projekt auch vom Ministerium für Bauen und Verkehr sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.
European Garden Heritage Network
Stiftung Schloss Dyck Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur
41363 Jüchen
Telefon 0 21 82 – 824 204
Telefax 0 21 82 – 824 110
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www.eghn.eu
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