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Bis 1928 war der „Sturm“ das Zentrum der Avantgarde und eine der wichtigsten Galerien Deutschlands. Hier waren die prominentesten Künstlergruppierungen zu Hause: der „Blaue Reiter“, die Futuristen, die Kubisten und die neuen konstruktivistischen Bestrebungen.
Franz Marc, Die Blauen Fohlen, 1913
Kunsthalle Emden – Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo
Die Galerie „Der Sturm“ war nicht nur ein Zentrum für hochkarätige zeitgenössische Kunst, sie war auch ein Ort der Kunstvermittlung und eine Experimentierbühne. Dichterlesungen und Abende mit neuer Musik wurden hier veranstaltet und Herwarth Walden gab bereits seit 1910 die Zeitschrift „Der Sturm“ heraus, die das zentrale Diskussionsforum für alle Ideen und Strömungen der modernen Kunst, Musik und Dichtung war.
Henri Rousseau, Die fröhlichen Spaßmacher (The Merry Jesters)
1906 Philadelphia Museum of Art, The Louise and Walter Arensberg Collection, 1950
Die bekanntesten Künstler des frühen 20. Jahrhunderts präsentierten sich im
"Sturm“: Kokoschka, Kandinsky, Macke, Marc, Delaunay, Chagall, sowie Schlemmer, Baumeister, Moholy-Nagy, die Dichter Alfred Döblin, Theodor Däubler und August Stramm und die Komponisten Schönberg, Schreyer und Walden selbst. Im „Sturm“ entstand aus der gelebten Kunst ein epochales Gesamtwerk, das auf ganz Europa ausstrahlte. Die Zeitschrift „Der Sturm“ und die Galerie waren nicht nur das geistige Zentrum Berlins, sie waren für rund 20 Jahre die künstlerische Mitte Europas.
Wurzeln hatte „Der Sturm“ aber auch in Wuppertal und im Rheinland, denn
Herwarth Walden war in erster Ehe mit der in (Wuppertal-) Elberfeld gebürtigen Else
Lasker-Schüler verheiratet, die als Dichterin und Zeichnerin eine expressionistische Ausnahmeerscheinung war. Im Rheinland war die avantgardistische Kunst bereits präsent, so auch im Wuppertal-Barmer Kunstverein unter der Leitung von Richart Reiche. Daneben pflegten Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden einen engen Kontakt zum „Blauen Reiter“ und zu dem rebellischen Wiener Kreis um Karl Kraus, Adolf Loos und Oskar Kokoschka.
Die bislang nur bruchstückhaft erschlossene Geschichte des „Sturm“ erforscht jetzt die große Ausstellung des Von der Heydt-Museums und stellt sie im Frühjahr 2012, exakt 100 Jahre nach der Gründung der „Sturm“-Galerie, zum ersten Mal in so großem Umfang vor. Die Ausstellung ist ein Kooperations-projekt mit dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Mehr als 30 Kunstwissenschaftler haben vielfältige Aspekte des „Sturm“ intensiv beleuchtet und erforscht, die in einem umfangreichen Katalog zu einer spannenden Lektüre versammelt sind.
Das Von der Heydt-Museum präsentiert in dieser Ausstellung Kunstwerke aus den großen Museen der Welt, aus der Berlinischen Galerie in Berlin, dem Kunstmuseum Bern, dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Georges Pompidou in Paris, dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, aus er Sammlung Thyssen-Bornemisza in Madrid, aus der National Gallery in Wshington sowie von zahlreichen internationalen privaten Leihgebern.
Von der Heydt-Museum
D-42103 Wuppertal
www.von-der-heydt-museum.de
Quelle: Von der Heydt Museum
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