Wunsch & Wirklichkeit
Der Einfluss der Fotografie auf das Porträt
Gut 100 Millionen Fotos – ein Großteil davon Porträts – werden täglich über das soziale Netzwerk Instagram geteilt und somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Laufzeit: 15.10.2017 – 18.02.2018

Dabei besteht das dem Menschen eigene Bedürfnis nach makelloser Selbstdarstellung im Sinne kommerziell verbreiteter Schönheitsideale keineswegs erst seit der Erfindung digitaler Medien. In seiner Herbstausstellung widmet sich das Clemens Sels Museum Neuss daher der Frage nach dem Einfluss der Fotografie auf die Entwicklung des künstlerischen Porträts des 19. und 20. Jahrhunderts. Sprichwörtlich in den Fokus rückt die Fotografie dabei als „Konkurrenzmedium“, welches die Porträtmalerei vor neue Herausforderungen stellte.

Ausstellung: Clemens Sels Museum - Wunsch & WirklichkeitAuftragsarbeiten zur Erstellung individueller Porträts unter Berücksichtigung formaler und ästhetischer Kriterien wurden seltener, was dazu führte, dass sich Künstler in ihrer Auseinandersetzung mit dem Modell freier entfalten konnten. Hinzu kam gegen Ende des 19. Jahrhunderts die zunehmende Abkehr vom akademischen Naturalismus, womit sich neue und individuelle Fragestellungen der Darstellungsweise des Menschen für die Kunst ergaben.



Félix Vallotton (1865 - 1925)
Gabrielle Vallotton im gelben Kleid (Gabrielle Vallotton en robe jaune), 1908
Öl auf Leinwand, Copyright Clemens Sels Museum


Durch die damit einhergehende Entwicklung einer abstrakten und expressiven Malweise stand die Wiedererkennbarkeit des Porträtierten weniger im Vordergrund als vielmehr die freie und subjektive Interpretation des Modells.  Dabei war der Anspruch der Malerei nicht zwingend die formale Veränderung oder Verschönerung einer Person sondern die abbildhafte Wiedergabe der Persönlichkeit mittels moderner, dem Zeitgeist entsprechenden Stilvorstellungen. Um diese Grenzen zwischen fotografischem und künstlerischem Abbild des Modells aufzuzeigen, werden dem vielfältigen Sammlungsbestand an Porträts des Clemens Sels Museum Neuss historische Fotografien der dargestellten Personen gegenübergestellt. Im direkten Vergleich zwischen technisch reproduziertem Abbild des Menschen und dem gemalten Porträt können Stilmittel wie Abstraktion, Verfremdung, Verschönerung, Transformation oder Interpretationen aufgezeigt werden. Auch zeigt die Ausstellung, wie sich einige Künstler die technische Entwicklung der Fotografie zu Nutzen gemacht haben. Beispiele aus der Sammlung sind u.a. Franz von Stuck, Max Slevogt oder Fernand Khnopff, die nachweislich Fotografien als Vorlage für die Fertigung von Porträts benutzten. Neben diesen Aspekten beleuchtet die Ausstellung auch die unterschiedlichen Porträtkategorien wie das Selbstporträt, das Abbild der Muse des Künstler, Rollenporträts, Bildnisse berühmter Persönlichkeiten oder Freundschaftsporträts unter Künstlern.


CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS
Am Obertor
41460 Neuss


Öffnungszeiten
Di–Sa 11–17 Uhr und So + Feiertag  11–18 Uhr.


TIPP
Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei (gültig bis 31.12.2017)!


Weitere Informationen: www.clemens-sels-museum-neuss.de





Quelle und Foto: Pro Classics GbR, Copyright Clemens Sels Museum






































































































































Golfkurse
Golf/Aktuell/News