Musik CDs: Henri Vieuxtemps & der Hanseate Arnold KrugMusik CDs: Henri Vieuxtemps & der Hanseate Arnold KrugCD-Neuheiten
Henri Vieuxtemps &
der Hanseate Arnold Krug

Pro Classics stellt zwei faszinierende Charaktere vor.


Die tiefen Saiten des Herrn Vieuxtemps

Als Stefan Georges Blätter für die Kunst im Jahre 1892 erstmals erschienen, geschah dies, „um zerstreute noch unbekannte ähnlich gesinnte zu entdecken und anzuwerben“. Der Bratschist Christian Euler, aktiver Musiker und langjähriger Professor in Graz, lässt sich ganz offen-bar von demselben Vorsatz leiten: im wahrsten Sinne des Wortes die ganz besonderen, unverwechselbaren Qualitäten seines Instruments herauszustreichen und ihm neue Hörerkreise zu gewinnen, indem er seine eigenen künstlerischen Tugenden ausschließlich in den Dienst solcher Werke stellt, die ihm besonders am Herzen liegen.

Musik CDs: Henri Vieuxtemps & der Hanseate Arnold KrugDabei hat er mit dem Pianisten Paul Rivinius einen nicht nur „ähnlichgestimmten“ Partner gefunden, mit dem er sein künstlerisches Konzept voll und ganz verwirklichen kann: „Eulers Bratsche ist wunderbar voll und farbig, sie reicht vom strahlenden Glanz einer Geige bis zu der emotionalen Dichte eines Cellos; der hundert Jahre alte Steinway D von Rivinius ist sauber und klar, ohne den schweren Hall, wie er im Bass der modernen Steinways vorkommt.






Euler spielt weich wie Seide, mit einem einnehmenden Legato,“ schwärmte beispielsweise James H. North in der amerikanischen Fanfare über die zweite MDG-Produktion des Duos, die nicht etwa einem der großen Romantiker, sondern – Paul Hindemith, dem einstigen Bürgerschreck, gewidmet war.

In der soeben erschienenen Veröffentlichung setzen sich Euler-Rivinius mit Henri Vieuxtemps auseinander: Allenthalben zeigt der gefeierte Violinvirtuose undgeachtete Komponist, dass für ihn die Bratsche keine „tiefergelegte“ Geige war: Sämtliche Werke von der großen Sonate op. 36 über die eingängige, beliebte Elegie op. 30 bis hin zu der Etüde für Viola und Klavier (op. posth.) sind aus den charakteristischen Regionen des viel=sagenden Instruments geschöpft; sie haben ihren ganz eigenen Gesang, ihre eigene Elastizität und eine so überzeugende Eloquenz, dass wir das Fragment der zweiten, erst posthum publizierten Sonate mit einemgewissen Bedauern hören – die symphonische Breiteder beiden erhaltenen Sätze hätte eine lyrisch-dramatische Fortsetzung unbedingt vertragen.

Weitere Informationen: www.euler-viola.com

HENRI VIEUXTEMPS (1820-1881)
Werke für Viola und Klavier
Sonate B-dur op. 36, Capriccio für Viola solo
op. posth., Unvollendete Sonate B-dur op. posth., Elegie f-moll op. 30, Etüde
Christian Euler, Viola
Paul Rivinius, Klavier
MDG 903 2063-6, VÖ: 9. Februar 2018 (Vertrieb: NAXOS Deutschland)


Arnold Krug (1839-1904)

Er stammte aus Hamburg wie Johannes Brahms, war sechzehn Jahre jünger, führte ein völlig anderes Leben – und ist heute nahezu vergessen: der Komponist Arnold Krug (1839-1904), der selbst in dem allgemein zugänglichen Raritätenkabinett des weltweiten Netzes lediglich mit einigen kleinen Klavierstücken vertreten ist. Selbst sein bekanntestes Werk, das sogenannte „Preis-Sextett“ D-dur op. 68 für Streicher, glänzte bislang durch seine nahezu vollständige Abwesenheit.

Musik CDs: Henri Vieuxtemps & der Hanseate Arnold KrugDie Situation ändert sich jetzt nachdrücklich mit der jüngsten cpo-Veröffentlichung des Linos Ensembles, das rechtzeitig zu seinem 40-jährigen Jubiläum sowohl das 1897 in Leipzig erschienene Sextett als auch das rund anderthalb Jahrzehnte ältere Klavierquartett c-moll op. 16 eingespielt hat – eine Premiere, die für alle Beteiligten, insbesondere aber für Konstanze Eickhorst, die Pianistin des Ensembles, dankbarste Aufgaben bereithält: Schließlich war Arnold Krug selbst als Pianist und Lehrer tätig und wusste demzufolge, was mit wie vielen Fingern auf wie vielen Tasten möglich ist.


Arnold Krug, der seine frühe Ausbildung bei seinem Vater Diederich erhalten hatte, bevor er bei Carl Reinecke in Leipzig studierte und schließlich in Berlin von Friedrich Kiel und Eduard Franck ausgebildet wurde, war ein mit Stipendien und Preisen reich gesegneter Künstler: Als er 1879 in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte, wo er einen Gesangverein leitete und Komposition unterrichtete, hatte er an der Accademia di Santa Cecilia in Rom sogar den Titel eines „Maestro compositore“ erworben. Zwei Jahre, nachdem man ihn in den Rang eines Kompositionsprofessors erhoben hatte, starb Arnold Krug – und damit war es für lange Zeit um ihn geschehen. Das Linos Ensemble, eben erst mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet, widmet sich den beiden Kammermusiken mit dem Elan, der all seine diskographischen Herzensangelegenheiten prägt, und wer weiß, vielleicht wird das „Preis-Sextett“ seinem Namen künftig wieder gerecht.

Aktuelle Konzerttermine des Linos Ensembles:
14.03., Lübeck
16.03., Bonn
17.03., Steinhagen
18.03., Lüdenscheid/WDR-Kammerkonzert
06.05., Zorneding
16.06., Bad Kissingen

Weitere Informationen: www.linos-ensemble.de


ARNOLD KRUG (1849-1904)
Streichsextett op. 68
Klavierquartett op. 16
Linos Ensemble
cpo 555 030-2
VÖ 26.02.2018
(jpc-Versandhandel, Tel: 0180-525 1717 – € 0,14 aus dem dt. Festnetz, Mobilfunknetze abweichend)



Quelle und Fotos: Pro Classics Gbr, Copyright Naxos Deutschland & Linos Ensemble












































































































































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