Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf / Duisburg 2017 /2018Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/ Duisburg
Kontrastreiche Spielzeit 2017/18
Mit fünf neuen Ballettprogrammen setzt die Deutsche Oper am Rhein die großen Akzente in der Spielzeit 2017/18.





Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/ Duisburg 2017/ 2018Stephen Harrison (Operndirektor), Martin Schläpfer (Künstlerischer Direktor und Chefchoreograph des Ballett am Rhein), Prof. Christoph Meyer (Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein), Alexandra Stampler-Brown (Geschäftsführende Direktorin), Axel Kober (Generalmusikdirektor), Remus Şucheană (Ballettdirektor), Copyright Susanne Diesner



 
Ballett am Rhein

Mit acht Uraufführungen und zehn Neueinstudierungen macht das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg neugierig auf die kommende Saison. Gleich zwei neue Kreationen präsentiert Martin Schläpfer mit seiner Choreographie „Roses of Shadow“ zur Auftragskomposition von Adriana Hölszky und seiner „Schwanensee“-Interpretation. Erstmals erarbeitet der aus der Freien Tanzszene bekannte Choreograph Ben J. Riepe mit dem Ballett am Rhein ein Stück: „Environment“ ist im Programm b.35 zu erleben – ebenso wie die Uraufführung „Abendlied“ von Remus Şucheană. Meisterwerke von George Balanchine, Jerome Robbins, Hans van Manen, Marco Goecke, Kurt Jooss und Ohad Naharin definieren überdies die Programme b.29 bis b.36.

Mit b.29 eröffnet ein Programm in Düsseldorf die Ballettsaison, das in der vergangenen Spielzeit im Theater Duisburg für große Begeisterung sorgte: „Mozartiana“, das letzte große Werk von George Balanchine zur gleichnamigen Suite von Peter I. Tschaikowsky, ist eine Hommage an die Schönheit des Tanzes. Dem gegenüber stellt Martin Schläpfer sein „Konzert für Orchester“ zur gleichnamigen Komposition von Witold Lutosławski. In rastloser Bewegung, getragen von äußerster Spannung und Kraft, spiegeln sich in seiner Choreographie Zerrbilder einer Welt, die aus den Fugen geraten scheint. Jerome Robbins’ „The Concert“ ist eine hinreißend komische Liebeserklärung an den Tanz. Als groteske wie liebevolle Persiflage auf die Riten beim Besuch eines Konzerts und schonungsloser Blick auf alles, was bei einer Ballettaufführung schief gehen kann, nimmt es Publikum wie Protagonisten gleichermaßen unter die Lupe. Mitakteur und einfühlsamer Pianist ist der israelische Künstler Matan Porat, die musikalische Leitung hat Wen-Pin Chien.

Die Duisburger Ballettsaison beginnt mit einem abendfüllenden Stück, das Martin Schläpfer als letzte Neukreation der laufenden Spielzeit im Opernhaus Düsseldorf vorstellt: „Petite Messe solennelle“ in b.32 zu Gioacchino Rossinis gleichnamiger Messe für vier Solisten, Chor, zwei Klaviere und Harmonium ist ein Alterswerk und eine Sakralmusik, die unverkennbar vom Einfallsreichtum und Stil des Opernkomponisten Rossini geprägt ist. Das Spannungsfeld zwischen den großen Fragen des Menschseins und den Irrsinnigkeiten der Opera buffa bereitet Schläpfers Tanzkunst einen reichen Boden für eine Uraufführung, mit der er auch seine Zusammenarbeit mit Solisten und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein fortsetzt. Die musikalische Leitung hat Gerhard Michalski.

Als Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Adriana Hölszky hat die Auftragskomposition und Uraufführung „Roses of Shadow“ im Programm b.33 für Martin Schläpfer ein besonderes Gewicht. Anders als bei „DEEP FIELD“ erarbeiten beide dieses Mal bewusst kein abendfüllendes Stück, sondern ein kammermusikalisch besetztes Format, das eine andere Seite der Komponistin zum Leuchten bringt und für Martin Schläpfer neue Kreationsräume öffnet. Der Duisburger Künstler Marcus Spyros Bertermann gestaltet Bühne und Kostüme, die musikalische Leitung hat erneut Wen-Pin Chien. Gerahmt wird die Uraufführung von zwei Klassikern der Moderne: „Stravinsky Violin Concerto“ von George Balanchine und „Polish Pieces“ von Hans van Manen.

b.34 spannt mit Martin Schläpfers „Appenzellertänze“, Marco Goeckes „Le Spectre de la Rose“ und „Der Grüne Tisch“ von Kurt Jooss einen thematisch und stilistisch weiten Bogen. Die im Jahr 2000 für das ballettmainz kreierten „Appenzellertänze“ zeichnen ein rührendes, aber auch bitterböses Bild über die Menschen und deren Bräuche in der hügeligen Gegend der Ostschweiz, in der Martin Schläpfer aufwuchs. Nach der legendären Vorlage von Mikhail Fokin gestaltete Marco Goecke 2009 seine eigene Version von „Le Spectre de la Rose“ und schuf in der für ihn typischen vibrierenden Tanzsprache eine beeindruckende Neuinterpretation. Zu den bedeutendsten und bühnenwirksamsten Meisterwerken des dramatischen Tanztheaters zählt „Der Grüne Tisch“ von Kurt Jooss – einstudiert vom Ballett am Rhein wurde es in der Spielzeit 2015/16 bereits im Düsseldorfer Opernhaus gefeiert und ist nun im Theater Duisburg zu erleben.

Als Programm mit zwei Uraufführungen und zudem als erste Zusammenarbeit mit einem Künstler, der bisher ausnahmslos in der Freien Tanzszene tätig war, zeigt sich b.35 radikal gegenwärtig. Eröffnet wird es mit „Decadance“, einem Work in Progress, in dem der israelische Choreograph Ohad Naharin – „Mr. Gaga“ – seit vielen Jahren mit Ballettcompagnien auf der ganzen Welt eigene Akzente in seiner berühmten Tanzsprache erarbeitet. „Environment“ nennt Ben J. Riepe seine Uraufführung und betritt mit ihr erstmals den Boden einer klassischen Ballettcompagnie. Der für seine eigensinnige künstlerische Sprache zwischen Tanz, Performance und Bildender Kunst bekannte frühere Folkwang-Student widmet sich in seinem Werk den Grenzen und Möglichkeiten des Körpers und der polarisierenden Haltung zwischen „Körper-Haben“ und „Körper-Sein“. Mit „Abendlied“ stellt Remus Şucheană eine neue Kreation zu einem Trio von Franz Schubert vor. Nach seinem „Concerto grosso Nr. 1“ wählt er die intime Besetzung des Klaviertrios als musikalische Basis für ein Werk über Liebe und Vertrauen in einer durch Gewalt und Zerstörung geprägten Zeit.

Das berühmteste Ballett aller Zeiten kommt im Programm b.36 im Opernhaus Düsseldorf zur Aufführung: „Schwanensee“ zur Musik von Peter I. Tschaikowsky unter der musikalischen Leitung von Axel Kober. Die Geschichte um den Prinzen Siegfried, der sich in die in einem bösen Zauber gefangene Schwanenkönigin Odette verliebt, hat seit ihrer Uraufführung 1877 am Moskauer Bolschoi-Theater zahlreiche Deutungen erfahren, als deren  Inbegriff bis heute Marius Petipas und Lew Iwanows legendäre St. Petersburger Choreographie aus dem Jahre 1895 gilt. Mit großer Spannung wird nun Martin Schläpfers eigene Interpretation mit dem Ballett am Rhein erwartet.

In der dritten Ausgabe der Plattform Choreographie „Young Moves“ bekommen Nachwuchskünstler des Balletts am Rhein erneut Gelegenheit, eigene Stücke auf die Bühne zu bringen: Feline van Dijken, Sonia Dvořák, Virginia Segarra Vidal und Eric White präsentieren im Theater Duisburg in einer gemeinsamen Premiere zum Saisonabschluss ihre choreographische Kreativität.

Das Programm mit allen Premieren, Wiederaufnahmen und Sonderveranstaltungen für die Spielzeit 2017/18 ist im neuen Spielzeitheft erschienen, das kostenlos in den beiden Theatern, im Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211. 89 25 211) und an der Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203.283 63 100) erhältlich ist. Alle Informationen sind unter www.operamrhein.de auch online abrufbar. Ticketbuchungen sind ab sofort für die gesamte Spielzeit möglich.







Quelle und Foto: Deutsche Oper am Rhein, Copyright Susanne Diesner
















































































































































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